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Donnerstag, 18.06.2026

The Scientist (& Practitioner)

Christiane Ahlborn

(c) privat

Christiane Ahlborn ist seit Mai 2026 Assistenzprofessorin für Völkerrecht mit besonderer Berücksichtigung der Dimensionen Umwelt und Nachhaltigkeit am Institut für Völkerrecht und Internationale Beziehungen. Zuvor war sie am Trinity College (Dublin, Irland) tätig. Zur Begrüßung haben wir sie zum Word-Rap geladen, in dem neben der IAEO und Louis Henkin auch Coldplay vorkommen:

Die Lebensweise in Dublin und in Graz verbindet aus meiner Sicht, dass die Menschen in beiden Städten unglaublich freundlich und hilfsbereit sind – wunderbare Qualitäten, die das Ankommen und die Eingewöhnung wesentlich erleichtern.

Die Arbeit in den Rechtsabteilungen der Vereinten Nationen und der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) hat mich gelehrt, dass Rechtspraxis und Forschung sich gegenseitig ergänzen. Meine praktischen Erfahrungen haben mich zu einer besseren Wissenschaftlerin gemacht und meine akademische Arbeit wiederum die Praxis bereichert.

Das beste Konzert, das ich während meiner Zeit in New York gesehen habe, war Coldplay, dicht gefolgt von Beyoncé auf Platz zwei. Beide Konzerte fanden im MetLife Stadium in New Jersey vor jeweils 50.000 Zuschauer*innen statt – mit toller Musik und grandiosen Lichtshows.

Mein Lieblingszitat über das Völkerrecht lautet “almost all nations observe almost all principles of international law and almost all of their obligations almost all of the time.” (How Nations Behave, 2nd ed., 1979) Louis Henkin brachte mit dieser Beobachtung zum Ausdruck, dass Staaten das Völkerrecht weit häufiger einhalten, als es die öffentliche Wahrnehmung vermuten lässt. Zwar erhalten schwerwiegende Verstöße gegen das Völkerrecht besondere mediale Aufmerksamkeit, allerdings sind sie im Verhältnis zur Vielzahl rechtmäßiger zwischenstaatlicher Interaktionen – etwa im Postwesen, im Luftverkehr, in der Telekommunikation oder im Handel – die Ausnahme und nicht die Regel.

Die (völkerrechtliche) Rechtspersönlichkeit globaler Unternehmen und die Verantwortung Internationaler Organisationen zu beforschen bleibt spannend, da neben den klassischen Staaten zunehmend weitere Akteure die internationalen Beziehungen maßgeblich sowohl im positiven als auch im negativen Sinne prägen.

Der heurige Österreichische Völkerrechtstag, organisiert vom Institut für Völkerrecht und Internationale Beziehungen der REWI Uni Graz, wird mir in Erinnerung bleiben, da er meine erste große deutschsprachige Tagung im Völkerrecht war – und dies vor der malerischen Kulisse Kärntens. 

In der Vermittlung völkerrechtlichen Wissens liegt mir insbesondere am Herzen, die Faszination für ein Rechtsgebiet zu vermitteln, das globale Herausforderungen mit konkreten rechtlichen Fragen verbindet. Ich möchte Studierende dazu ermutigen, internationale Ereignisse nicht nur zu beobachten, sondern auch rechtlich zu hinterfragen und einzuordnen. Völkerrecht ist mehr als nur Politik mit Fußnoten – die spannendsten Fragen entstehen oft dort, wo Recht und Politik aufeinandertreffen.

Herzlich willkommen an der Fakultät, liebe Frau Assistenzprofessorin, und nur das Beste für Ihr Schaffen!

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