Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Beatrice Sommerauer vom Zentrum für Kunst- und Kulturrecht. Mit einer differenzierten Einordnung der rechtlichen Rahmenbedingungen der NS-Zeit schuf sie das historische und juristische Fundament für die darauffolgenden Beiträge, welches die Systematik des Unrechts noch greifbarer machte.
Im Anschluss stand das literarische und dokumentarische Werk im Mittelpunkt. Der Germanist und Historiker Heiner Hammerschlag, der das Kunstprojekt seit Anbeginn begleitet, las aus seinem neu präsentierten Buch „DUNKLES ERINNERN“. Er nahm das gebannte Publikum mit auf eine Reise der Spurensicherung und erzählte von den Anfängen des Projekts, den verschiedenen internationalen Stationen und den zutiefst berührenden Begegnungen mit Überlebenden des Holocaust. Sein Buch funktioniert dabei als essenzielle Chronik für ein Projekt, das weit über die Grenzen Österreichs hinaus Beachtung findet.
Den direkten Einblick in die künstlerische Arbeit gab Manfred Bockelmann selbst. Seit rund 16 Jahren zeichnet der international renommierte Maler großformatige schwarz-weiße Porträts von Kindern, die dem NS-Terror zum Opfer fielen. Sein zentrales Motiv brachte er im Gespräch prägnant und berührend auf den Punkt: „Ich möchte zumindest einigen Namen und Nummern Gesichter geben, ein paar Kinder und Jugendliche Opfer aus der Anonymität der Statistik herausheben!“
Für den passenden musikalischen Rahmen sorgte der Kärntner Musiker Simon Stadler. Sein am Ende der Veranstaltung vorgetragenes Lied „Die Kinder von Izieu“ von Reinhard Mey gab dem „Dunklen Erinnern“ eine zusätzliche emotionale Tiefe.
Mit dieser Veranstaltung hat das Zentrum für Kunst- und Kulturrecht das Gesamtprojekt von Manfred Bockelmann und Heiner Hammerschlag, das wichtige Erinnerungsarbeit leistet, ein Stück weit mitgetragen und damit auch ein „Zeichen“ gegen das Vergessen gesetzt.