Professor Claudia Diehl (Universität Konstanz) wird am 8. Mai im Rahmen der Ringvorlesung "Islamische Lebenswelten in Europa" einen Vortrag zum Thema "(Warum) erschwert Diskriminierung die Integration? - Türkeistämmige Einwanderer in gruppenvergleichender Perspektive" halten (Kommentar: Franz Höllinger, Uni Graz)
Zeit: 8. Mai 2017, 17 bis 19 Uhr
Ort: SZ 15.21 (RESOWI-Zentrum, Universitätsstraße 15, Bauteil A, 2. OG)
Diskriminierungen seitens der Mehrheitsgesellschaft wird häufig eine zentrale Rolle bei der Erklärung von Gruppenunterschieden im Eingliederungsprozess von Einwanderern zugeschrieben. Die empirischen Evidenzen dafür sind allerdings rar und je nach methodischem Vorgehen uneindeutig. In dem Vortrag wird zunächst gezeigt, wer sich überhaupt diskriminiert fühlt und bei welchen (Sub-)gruppen diese Wahrnehmung besonders ausgeprägt ist. Dabei wird zwischen Türkeistämmigen und anderen Arbeitsmigranten unterschieden. Darauf aufbauend wird anhand von Längsschnittdaten untersucht, ob und wie wahrgenommene Diskriminierung zwei Aspekte der Integration beeinflusst: die Identifikation mit dem Zielland und die Integration in den Arbeitsmarkt.
Biographische Notiz:
Claudia Diehl ist Professorin für Soziologie mit Schwerpunkt Mikrosoziologie an der Universität Konstanz. Die Forschungsschwerpunkte der überwiegend quantitativ arbeitenden Sozialwissenschaftlerin sind internationale Wanderungsbewegungen, sozio-kulturelle und identifikative Integrationsprozesse von Zuwanderern sowie ethnische Grenzziehungsprozesse wie Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung. Sie ist Mitglied des Expertenrats Demografie beim Bundesminister des Innern und des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.