Veronica Lion ist seit Kurzem Marie-Curie-Postdoktorandin im Fachbereich Global Governance der Universität Graz. Im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen von Frauen angeführte Bewegungen in Konflikt- und Krisenzeiten und die Frage, wie sie unter extremem Druck neues politisches Wissen erzeugen. Ihr Projekt WOMACT — Women's Movements as Agents of Crisis Transformation untersucht, wie solche Bewegungen in Israel/Palästina und der Ukraine gleichzeitig Krieg, demokratischen Rückschritt und gesellschaftliche Spaltung bewältigen, welches Wissen sie dabei entwickeln und wie sie es einsetzen, um Widerstand zu leisten, sich neu zu organisieren und alternative Vorstellungen von Frieden und Demokratie zu entwickeln. Auf der Basis vergleichender ethnografischer Feldforschung erarbeitet das Projekt das Konzept der Krisen-Epistemologien und fragt, was wir über feministische Handlungsfähigkeit, Solidarität und politisches Vorstellungsvermögen lernen, wenn wir von Frauen angeführte Bewegungen als Wissensakteurinnen ernst nehmen.
Lion promovierte 2025 an der Bar-Ilan-Universität mit einer Dissertation zu frauengeführten Friedensbewegungen in Israel. Ihre Forschung bewegt sich an der Schnittstelle von Geschlechterforschung, sozialen Bewegungen sowie Friedens- und Konfliktforschung. Zuletzt war sie Postdoktorandin am Sophie Davis Forum der Hebrew University of Jerusalem und am Taub Center for Israel Studies der New York University. Sie ist Mitglied der Forschungsgruppe „Women and Feminism in Wartime" am Van Leer Institute Jerusalem und Mitbegründerin der Inter-University Peace and Gender Research Group in Israel. Ihre Arbeiten erschienen u.a. in Mobilization und Social Politics.