„Aus der Corona-Krise lernen!“ lautete der Titel einer Ausschreibung des des Landes Steiermark. Das neue Forschungsprojekt „Rechtliche Anforderungen an Statistische Modellierungen (REASON)“ von Univ.-Prof. Dr. Iris Eisenberger M.Sc. (LSE), Univ.-Prof. Dr. Christoph Bezemek, LL.M. (Yale) (beide Institut für Öffentliches Recht und Politikwissenschaft) sowie Univ.-Prof. Dr. Ernst Stadlober (TU Graz) ging aus dieser Ausschreibung erfolgreich hervor.
REASON zeichnet nach, inwieweit politische Entscheidungsträger_innen in der COVID-19-Krise ihre Maßnahmen auf statistische Modellierungen gestützt haben. Statistische Modellierungen bilden Teilaspekte der Realität simplifiziert ab und drücken sie in einer mathematischen Gleichung aus. Sie machen Zusammenhänge beobachtbar und ermöglichen Prognosen. Ein Beispiel dafür ist die „wöchentliche konsolidierte Kurzfristprognose“ des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), die Ansätze unterschiedlicher generischer Modelle kombinieren.
Darauf aufbauend untersucht REASON, welche rechtlichen Anforderungen sich an solche Modellierungen aus dem demokratischen, dem rechtsstaatlichen bzw. dem liberalen Grundprinzip der Verfassung ableiten lassen. Die Ergebnisse sollen in einen rechtspolitischen Vorschlag münden, der praktisch nutzbar ist und das innovative Potential statistischer Modellierungen erfolgreich mit den Anforderungen eines liberalen Rechtstaats in Einklang bringt.
REASON ist Teil des Field of Excellence „Smart Regulation“ an der Universität Graz, das sich mit Themen, die im Zusammenhang mit technischen Innovationen stehen, auseinandersetzt.