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Jus studieren von daheim

Mittwoch, 01.04.2020

Viktoria Reiher und Katja Kruselburger, zwei unserer Studierenden und Mitglieder der Studierendenvertretung, erzählen wie sie die momentante Situation erleben

(Interview geführt am 1.4.2020)

 

REWI: Wie habt ihr die Maßnahmen an der Uni erlebt, als es am 10. März u.a. hieß, die Lehrveranstaltungen finden ab sofort online statt?

Viktoria Reiher: Hätte mir jemand vor Wochen erzählt, dass die Uni aufgrund der aktuellen Ereignisse ihren Präsenzbetrieb einstellen würde, hätte ich das für unmöglich gehalten. Für mich war es ehrlich gesagt am Anfang ein großer Schock und eine Umstellung, da auch meine Prüfung abgesagt wurde. Mit diesen Maßnahmen waren auch unzählige offene Fragen verbunden, die anfangs für Unklarheiten bei den Studierenden gesorgt haben. Was passiert mit den Prüfungen? Werden diese auf unabsehbare Zeit verschoben? Kann ich mein Studium jetzt nicht abschließen, weil ich keine Defensio machen kann? etc… Ich bin froh, dass wir als Fakultätsvertretung gemeinsam mit der Fakultätsleitung schon einige offene Fragen klären konnten und den Prüfungsbetrieb durch Prüfungen in Online-Formaten aufrechterhalten konnten. Durch diese Alternative kommt es für die Studierenden trotz Einstellung des Präsenzbetriebes kaum zu Verzögerungen im Studium.

Katja Kruselburger: Ich war leider selbst davon betroffen, dass eine Fachprüfung, die am 13. März stattfinden hätte sollen, abgesagt werden musste. Natürlich war die Situation für alle Betroffenen nicht einfach, aber man versuchte, das Beste daraus zu machen, um möglichst schnell annehmbare Lösungen zu finden. Für mich persönlich war es eine große Erleichterung, dass trotz der derzeitigen Krise eine Möglichkeit gefunden wurde, Prüfungen abzuhalten. Natürlich ist es für Prüflinge und Prüfer eine Umstellung, dennoch sehe ich das als Chance, kein Semester zu verlieren und neue Abhaltungsformen von Prüfungen beurteilen zu können.

 

REWI: Hattet ihr bereits Lehrveranstaltungen, die in Online-Formaten abgehalten wurden?

Viktoria Reiher: Ja, ich hatte schon Lehrveranstaltungen, die online abgehalten wurden. Die Lehrveranstaltungsleiter haben dabei unterschiedliche Formate benutzt, von Whatsapp-Gruppen, über Diskussionsforen auf Moodle, bis hin zu Videokonferenzen über Skype for Business. Für einige Vorlesungen wurden auch eigene Podcasts und Videos aufgenommen. Diese Vorgehensweise ist ein großes Entgegenkommen für die Studierenden, da diese je nach Lust und Laune die Inhalte der Lehrveranstaltung beliebig oft abrufen können. Am Anfang war es natürlich für alle Beteiligten eine große Umstellung. Mittlerweile könnte ich mich schon daran gewöhnen, in der Jogginghose zu Hause am Sofa Lehrveranstaltungen zu besuchen :-).

Katja Kruselburger: Eine Lehrveranstaltung über Skype oder einem anderen Videochatformat hatte ich selbst nicht, aber die Kurse und Vorlesungen, bei denen ich mich dieses Semester angemeldet habe, arbeiten mit der Plattform „Moodle“ und E-Mails. Die Professor_innen sind stets offen für Fragen und wir bekommen, um am Ball zu bleiben, jede Woche Fälle als Hausübung, deren Abgabe es uns ermöglicht, positive Mitarbeit zu sammeln. Auch als Fakultätsvertretung ist es uns wichtig, dass wir stetig Informationen zum Fortschritt der Lehrveranstaltungen sammeln, deshalb versuchen wir uns, so gut wie möglich über die Fortentwicklung der Kurse, Seminare und Vorlesungen zu informieren.

 

REWI: Wie geht es euch beim Lernen daheim? Wie ist der Kontakt mit Studienkolleg_innen?

Viktoria Reiher: Ich kenne einige in meinem Umfeld, denen es leider schwerfällt, sich in den eigenen vier Wänden zu konzentrieren. Für viele Studierende war die Bibliothek gerade in den Prüfungsphasen wie ein zweites „Zuhause“. Ich habe das Glück, dass ich gerne daheim lerne. Mir persönlich fällt es nicht schwer, mich daheim zu konzentrieren. In der heutigen Zeit bleibt man trotz „Social Distancing“ mit Hilfe der sozialen Medien weiterhin in Kontakt mit Studienkolleg_innen. Allerdings freue ich mich schon, wenn ich wieder persönlich mit den anderen Kaffee trinken gehen kann, anstatt über Skype. :-)

Katja Kruselburger: Ich selbst bezeichne die RESOWI-Bibliothek in Prüfungsphasen oft als mein „2. Zuhause“. Dennoch versuche ich, so gut wie möglich die Zeit auch zu Hause zu nutzen, um für anstehende Prüfungen zu lernen, auch wenn das eine Überwindung darstellt. Durch die Bandbreite von sozialen Netzwerken versuchen wir auch als Fakultätsvertretung unsere Studienkolleg_innen über die derzeitigen Geschehnisse so gut wie nur möglich am Laufenden zu halten.

 

REWI: Auf was freut ihr euch am meisten, wenn die Uni wieder im Präsenzbetrieb beginnt?

Viktoria Reiher: Die Routine und der Unialltag gehen mir mittlerweile schon sehr ab. Am meisten fehlt mir der direkte Kontakt und das persönliche Gespräch mit den Studierenden und meinen Studienkolleg_innen. Viele Anfragen können wir zwar online beantworten, allerdings fehlt die soziale Interaktion. Darüber hinaus haben wir einige spannende Veranstaltungen für die Studierenden geplant, die leider abgesagt werden mussten. Ich hoffe, dass wir diese bald nachholen können.

Katja Kruselburger: Ich freue mich, zu meinem geregelten Tagesablauf an der Universität zurückkehren zu können, und darauf, dass sich mein Alltag wieder normalisiert. Als Fakultätsvertretung freuen wir uns, wieder persönlich mit Studierenden in Kontakt treten zu können, und natürlich darauf, die von uns abgesagten Veranstaltungen neu beleben zu können.

 

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