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Dienstag, 20.05.2025

Genial oder illegal? Uni Graz gibt Kunst- und Kulturrecht eine Bühne

Graffiti-Sprayer

Was ist Schmiererei, was Graffiti? Nur eine der Fragen, mit denen sich das neue Zentrum für Kunst- und Kulturrecht an der Uni Graz beschäftigt. Foto: sashafolly - stock.adobe

Ist es Schmiererei oder Graffiti? Beleidigung oder Satire? Krawall oder Ohrenschmaus? Kreatives Schaffen verletzt hin und wieder den guten Geschmack, manchmal sogar das Gesetz. Oft verschwimmen also die Grenzen zwischen Provokation und Paragrafen. Die Universität Graz widmet sich diesem Spannungsfeld und eröffnet ein neues Zentrum für Kunst- und Kulturrecht. Den Auftakt am 27. Mai 2025 macht eine öffentliche Podiumsdiskussion über „Graffiti: Kunst oder Kriminal“.

Millionenschäden beklagen die ÖBB wegen Graffiti auf Zügen. Millionenwert ist hingegen Street-Art des geheimnisumwitterten Künstlers Banksy. Egal ob umstrittene bildende Kunst, fragwürdige Songtexte oder kabarettistische Satire gegenüber Politiker:innen, viel ist erlaubt. „Das Gesetz lässt einen breiten Spielraum zu, doch darf sich nicht alles unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit verstecken“, erklärt Antonia Bruneder. Die Juristin mit beruflicher Erfahrung im Kulturmanagement kennt die spezifischen Herausforderungen, die von Fragen zur Restitution über das Urheberrecht bis zur Verbreitung der Kreationen reichen. Zu diesen und anderen Themen will das Team unter der Leitung von Bernd Wieser die Expertise vermitteln und als Anlaufstelle für Jurist:innen, Kulturinstitutionen sowie die öffentliche Hand dienen. 
„Viele Künstler:innen sind sich ihrer eigenen Rechte nicht bewusst“, bestätigt Bruneder aufgrund externer Anfragen. Für ebenso viel Verunsicherung sorgt der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz. Hier bräuchte es, so Bruneder, gesetzliche Anpassungen: „Obwohl sich derzeit gar nicht abschätzen lässt, wie die Technologie den Kunstbetrieb verändern wird.“ 

Besonderes Augenmerk will das Team auf den Musik-Sektor legen. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Jazz- und Popularmusikforschung der Kunstuniversität Graz unter der Leitung von André Doehring in diesem Bereich liegt auf der Hand. „Diesen Fokus gibt es derzeit an keiner anderen Universität in Österreich“, weiß die Forscherin, die sich mit rassistischen, frauenfeindlichen und homophoben Inhalten im deutschsprachigen Gangsta-Rap beschäftigt hat. 
Auch Jus-Studierende der Uni Graz werden vom neuen Zentrum profitieren. „Kunst- und Kulturrecht ist im Studium als Lehrveranstaltung verankert“, bestätigt Antonia Bruneder.

Premiere mit „Graffiti: Kunst oder Kriminal“

Eröffnet wird das Zentrum für Kunst- und Kulturrecht am 27. Mai 2025 mit einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung zu „Graffiti: Kunst oder Kriminal“. Am Podium: 

  • Antonia Bruneder, Zentrum für Kunst- und Kulturrecht
  • Philo Jöbstl, Graffitikünstler
  • Rainer Beck, Rechtsanwalt und Altstadtanwalt
  • Hannes Schütz, Leiter des Instituts für Strafrecht und Strafprozessrecht
  • Roman Hahslinger, Konzernbeauftragter Security (CSO) der ÖBB

WANN: Dienstag, 27. Mai 2025, 17 Uhr
WO: RESOWI-Zentrum, Fakultätssitzungszimmer, Bauteil A, 2. Stock
Der ist Eintritt frei, um Anmeldung bis 23. Mai 2025 wird gebeten: anmeldung_oeffre(at)uni-graz.at

Erstellt von Andreas Schweiger

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