REWI goes Justiz
Der Spezialisierungsschwerpunkt umfasst die wesentlichen Bereiche des Zivil- und Strafverfahrensrechts und ist damit auf das „Kerngeschäft“ der Justiz ausgerichtet. Er beschränkt sich dementsprechend nicht auf theoretische Wissensvermittlung, sondern orientiert sich nach dem Prinzip „Learning by doing“ – auch in Kooperation mit dem Oberlandesgericht Graz – stark an der Praxis der ordentlichen Gerichtsbarkeit, die zahlreiche juristische Berufe betrifft. Sein primäres Anliegen, Studierende gezielt auf dieses Tätigkeitsfeld vorzubereiten, soll durch folgende Methoden und Inhalte gewährleistet werden:
Erwerb vertiefender Kenntnisse im Prozessrecht, wobei das Augenmerk neben den praktischen Bedürfnissen besonders auf aktuellen Entwicklungen in Rechtsprechung, Lehre und Gesetzgebung liegt. Dabei wird auch der zunehmenden Bedeutung des internationalen Verfahrensrechts Rechnung getragen.
Vermittlung von Wissen über justizielle Aufgabenbereiche und rechtliche Rahmenbedingungen für die Ausübung des Richteramtes und die Tätigkeit der Staatsanwaltschaft sowie jene der Rechtsanwaltschaft. Es werden nicht nur fachliche, persönliche und ethische Berufsanforderungen diskutiert, sondern auch die praktischen Aspekte des gerichtlichen Verfahrens, wie Aktenmanagement, Verhandlungsvorbereitung und -führung, Beweiswürdigung, Urteilsfindung etc.
Im Rahmen der an Moot Courts angelehnten Lehrveranstaltungen, die sowohl für den Straf- als auch für den Zivilprozess angeboten werden, wird das Theoriewissen der Studierenden realitätsnah und praktisch durch die Ausarbeitung von Schriftsätzen unter Anleitung und Hilfestellung erfahrener Praktikerinnen und Praktiker sowie durch simulierte Verhandlungen erprobt und vertieft. Zusätzlich erwerben und festigen die Studierenden Soft Skills wie Rhetorik, Auftreten und Formulierungskompetenz.
Durch Praxistage bei Gericht erlangen Studierende im Sinne einer „Rechtshörerschaft kompakt“ einen unmittelbaren Eindruck von der Justizpraxis. Exkursionen zu ausländischen und internationalen Institutionen runden diesen Eindruck ab.
Das Verständnis der eigenen Rechtsordnung profitiert vom Vergleich mit anderen, weshalb beleuchtet wird, wie ähnliche verfahrensbezogene Regelungsprobleme in anderen Staaten gelöst werden.
Lehrveranstaltungen im Wintersemester
- Praktisches Insolvenzverfahren
- Zivilprozess in der Praxis (Praktisches Verhandeln beim Zivilgericht)
- Aktuelles Verfahrensrecht: Fälle, Trends, Reformen im Zivilprozess
- Praktisches Insolvenzverfahren (Crash & Comeback: Spektakuläre Insolvenzen - Wie saniert man Großunternehmen?)
- "Im Namen der Republik!" (Grundlagen und Anforderungen des Berufsstandes; Zivilrichter/in)
- Praxistage: Rechtshörerschaft "kompakt"
Lehrveranstaltungen im Sommersemester
- Berufsrecht im Rechtsvergleich (Der Rechtsanwalt als Insolvenzverwalter)
- Internationale Verfahrensvergleichung (Zivilverfahrensrecht und Insolvenzrecht im Rechtsvergleich)
- Internationale Verfahrensvergleichung (Strafrechts- und Kriminalitätsvergleich LIVE)
- Prozessrecht in der Praxis (Selbst-Justiz: Der Lehrsaal als Verhandlungssaal)
- "Im Namen der Republik!" (Berufsbild; Familienrichter/in, Strafrichter/in-Staatsanwaltschaft)
- Praxistage: Rechtshörerschaft "kompakt"
- Aktuelles Verfahrensrecht (Fälle, Trends, Reformen im Strafprozess)
- Prozessrecht in der Praxis (Moot Court Strafrecht)
Sprecherin: Univ.-Prof. Dr. Gabriele Schmölzer
Stellvertreter: Univ.-Prof. Dr. Alexander Wilfinger